3 Fragen zu Corona und Antworten

Ein anderer Blick ist überfällig - Corona-Erfahrungen berücksichtigen!

Ist eine halbjährliche Impfung die Lösung?

Ist eine 2G-Regel überhaupt zielführend bei der Eindämmung der Pandemie?

Was sind wirksame Handlungsoptionen aktuell?

Anlass für den starken Druck  zum Auffrischen der Impfungen (boostern) sind die israelischen Corona-Erfahrungen, zusammengefasst im Lancet. Menschen mit einer dritten Impfung wurden viel seltener hospitalisiert und starben seltener an Covid-19 als Menschen, deren zweite Impfung länger als fünf Monate zurücklag. Einen wirksamen Impfschutz belegen zahlreiche weitere Studien. Diese zeigen aber auch, dass der Schutz ebenso wie in Israel kontinuierlich über die Monate wieder deutlich nachlässt. . Es gibt also starke Argumente für die 3. Impfung, diese muss dann jedoch schon in kürzerer Frist zur Vorimpfung als nach 6 Monate erfolgen (ist zur Zeit off label, außerhalb der Zulassung).

Ein einschränkendes „Aber“ hierzu steht weiter unten.

Warum die zweite Frage?

Während die Schutzwirkung  der Impfung nachlässt, nimmt auch die Möglichkeit der Virus-Weitergabe durch Geimpfte mit den Monaten wieder zu. In der britischen Studie „Die Auswirkungen der SARS-CoV-2-Impfung auf die Übertragung von Alpha- und Delta-Varianten“, die auch von Prof. Drosten als aussagekräftig beurteilt wurde, steht „Die Übertragungsreduktionen gingen im Laufe der Zeit seit der zweiten Impfung zurück, wobei Delta um 12 Wochen für ChAdOx1 ähnliche Werte wie bei ungeimpften Personen erreichte…..“ Also 12 Wochen nach der Impfung kann bereits ein Geimpfter das Virus genauso weiter übertragen wie ein Ungeimpfter. Deshalb schreibt das RKI „Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass Menschen nach Kontakt mit SARS-CoV-2 trotz Impfung PCR-positiv werden und dabei auch infektiöse Viren ausscheiden.“ Eine geimpfte Altenpflegerin kann also Heimbewohner anstecken. Die Ächtung Ungeimpfter als verantwortungslose Menschen verliert damit teilweise ihre Grundlage.

Mit dem jetzigen Wissen war die Einführung der 3G-Regel mit ihren Privilegien für Geimpfte nur in den ersten Monaten nach Beginn der massenhaften Impfungen gerechtfertigt. Später war die vermittelte Sicherheit trügerisch und kontraproduktiv. Denn die Geimpften leisten selbst einen Beitrag zur hohen Inzidenz. Die Sorglosigkeit Geimpfter begünstigte  die Transmission (Virusweitergabe), sofern die Impfung länger zurücklag. Dass Geimpfte keinen negativen Test mehr vorlegen mussten, dürfte der Grund sein, dass die vierte Corona-Welle diesmal bereits lange vor Beginn der Erkältungssaison begann.

Das „Geimpft“ in der 3er- und 2er-Regel dürfte demnach die Eingrenzung der Pandemie behindern. In Kenntnis dessen fordert Minister Spahn und andere 2G plus Testung vor Freizeitaktivitäten. Der Ausschluss von getesteten Ungeimpften in 2Gplus jedoch ist unlogisch, denn ein negativ getesteter Ungeimpfter verbreitet das Virus genauso wenig wie ein negativ getesteter Geimpfter. Eigentlich läuft es auf eine 1G-Regelung hinaus, wobei das G getestet bedeutet. Das aber geht leider auch fehl, weil die Antigen-Schnelltests bis zu 40% der Infizierten nicht entdecken (COVAG-Studie).

Zusammenfassend behindern die Erleichterungen für Geimpfte in der 3G- und in der 2G-Regel die Eindämmung von Covid-19. Und eine 2Gplus-Regel mit Ausschluss getesteter Ungeimpfter bringt nur bedingt Zusatznutzen, dürfte aber auch vor Gericht keinen Bestand haben wegen Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot gemäß obiger Ausführungen.

Jetzt zum obigen „Aber“: Die Erwartungen an die Impfkampagne haben sich nicht so recht erfüllt wie der Blick aufs DIVI-Register zeigt.

Wir haben jetzt im November 2021 fast die gleiche Zahl der Intensivstationsfälle wie im November 2020. Die Bevölkerung ist gleich geblieben. Die fast 70% Geimpften müssten eigentlich zu einer geringeren Intensivstationsbelastung gegenüber dem Vorjahr ohne Impfmöglichkeit führen. Nüchtern muss man sagen, für das Ziel, eine Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden, ist der Beitrag der Coronaimpfung überraschend gering. In Anbetracht der massiven Bereitstellung von menschlichen und finanziellen Ressourcen für das Corona-Impfprogramm ist das enttäuschend. Alle, auch unsere Regierenden, durften erwarten, dass der Winter mit über der Hälfte Geimpfter spürbar gimpflicher ausfallen wird. Keiner hat damit gerechnet, dass die Impfschutzwirkung ein Drittel kürzer als prospektiert vorhält und wir jetzt wieder in eine Notsituation wie im Vorjahr kommen würden.

Es gibt einige Erklärungsmöglichkeiten für die erneut hohe Intensivstationsbelastung. Jüngere Patienten sterben weniger, aber liegen länger auf der ITS. Jedoch sind laut DIVI-Register 64% der Covid-19-Intensivpatienten über 60 Jahre alt und nur 16% unter 50 Jahre. Oder die Delta-Variante ist halt aggressiver. Richtig überzeugend sind diese Gründe nicht. Man müsste bei der erreichten hohen Impfquote doch wenigsten einen kleinen Effekt sehen. Also der Hauptgrund für die vielen Krankenhausfälle dürfte neben den 30% Ungeimpfter das zu rasche Nachlassen der Impfschutzwirkung sein.

Solch unbefriedigende Situation führt zu weiteren Überlegungen. Zunächst einige internationale Daten. England hatte am 19. Juli alle Corona-Auflagen beendet (freedom day). Danach schossen die Neu-Infektionszahlen in die Höhe und fluktuieren seither in dem Bereich, den Deutschland bald auch zeigen wird. Anfangs stiegen dementsprechend auch die Krankenhaus- und Todesfälle, die sich jedoch bald auf ein gleichbleibendes Niveau einpendelten ähnlich dem, das jetzt Deutschland bei den Todesfällen hat. Wohlgemerkt dies ohne Corona-Einschränkungen mit lediglich der Empfehlung, sich an die AHA-Regeln zu halten.

Die USA haben eine etwas geringere Impfquote als wir, sind auch beim Boostern hinterher. Schließlich haben Arme kaum Zugang zum Gesundheitswesen. Dennoch gehen bereits seit Mitte September die Infektionszahlen dort deutlich zurück, parallel auch die Krankenhausfälle und die Sterberate.

Beiden Regionen ist gemeinsam, dass die Bevölkerung einer großen Viruslast ausgesetzt war bei oft unzureichender medizinischer Versorgung. Das Ausbleiben katastrophaler Verhältnisse in der jetzigen vierten Welle kennzeichnet die eingetretene endemische Durchseuchung. In ähnlicher Situation befinden sich Afrika mit 97% Ungeimpften und Indien, die jetzt Ruhe zu haben scheinen. Prof. Drosten sagt dazu „England ist nun in einer Nachdurchseuchungsphase, die seit dem Spätsommer anhält. Diese natürlichen Infektionen bauen den Gemeinschaftsschutz auf. Bei uns geht das noch nicht, denn es gibt weniger Genesene, und die Alten sind schlechter geimpft. Bei uns würde eine unkontrollierte Nachdurchseuchung mindestens noch einmal 100.000 Tote bedeuten, wenn wir nicht die Impflücken vorher schließen.“

Er kommt auf diese Zahl durch den Vergleich mit England, die aber überschätzt sein dürfte. Denn die Sterberate in UK ist besonders hoch wegen der maroden Krankenhaussituation dort. Auch ohne Corona beklagt da die Ärzteschaft seit längerem die Folgen der chronischen Unterfinanzierung des staatlichen Gesundheitswesens, verstärkt durch den Brexit.

Entgegen der Situation im Spätsommer mit fast nur Ungeimpften auf Intensivstationen lagen in Berlin am letzten Wochenende je zur Hälfte Geimpfte und Ungeimpfte auf den ITS der landeseigenen Kliniken des Vivantes-Konzerns (Mitteilung im Tsp, 18 Fälle, 8 Geimpfte, 8 Ungeimpfte). Bundesweit wurden Menschen mit unklarem Impfstatus auf der ITS bislang als Ungeimpfte gezählt, ebenso erst einmal Geimpfte, was zu einer Überrepräsentierung führt. Es ist also nicht eine Seuche nur der Ungeimpften; das wäre gemäß o.g. Fakten auch nicht zu erwarten.

Die Diskussion um den Impfzwang bezieht sich auf die Gefährdung anderer, nicht auf den Selbstschutz. Impfen, um eine Schädigung vulnerabler anderer Menschen zu vermeiden, ist das Motiv. Das stimmt nur noch, wenn die letzte Impfung nicht mehrere Monate her ist. Für eine Begründung des Impfzwangs kann deshalb nicht länger eine Minderung der Virusweitergabe bei Geimpften herhalten mit obiger Einschränkung. Und ein Impfzwang, erlassen zur Entlastung der Krankenhäuser, würde nur sehr verzögert einen Effekt zeigen.

Einfach alle durchseuchen lassen ist keine Option. Anders aber verhält es sich bei denen, die das volle Krankheitsrisiko tragen wollen. Diesem Teil der Bevölkerung, der nicht geimpft werden will, die Durchseuchung durch Infekt zu gestatten, könnte richtig sein. Denn der Anteil endemisch Durchseuchter würde wachsen mit späterem Nutzen für alle.

Erinnern möchte ich, dass frühere Corona-Wellen mit AHA-Regeln und Kontaktbeschränkungen limitiert wurden, ohne Impfmöglichkeit und ohne Schnelltests. Auch wurden bei den letzten Grippeepidemien nicht Gesunde getestet, ob sie Influenza-Träger sind, sondern Kranke bekamen ihre Behandlung, und nur deren Kontaktpersonen wurden nachverfolgt. Wie nüchtern und vernünftig.

Folgerungen

 

  • Die Lockerung der Corona-Auflagen für Geimpfte mit der 3G-Regel im Sommer hat uns die Misere eingebrockt. Denn die Impfstoffe haben nicht gehalten, was für sie versprochen wurde
  • Rücknahme der Privilegien für Geimpfte in der 3G- und 2G-Regel, ansonsten die Einschränkung, dass die letzte Impfung nicht länger als 3 oder 4 Monate zurückliegen darf
  • Nur wenn es Anliegen von Politik und Gesellschaft ist, über das Infektionsgeschehen genauer Bescheid zu wissen, Tests für Jedermann vor Freizeitaktivitäten. Ansonsten Covid-19-Testung nur bei Erkrankungsverdacht, nicht bei Gesunden
  • Weiter Freiwilligkeit einer Coronaimpfung (moralischer Druck ist nicht mehr begründet)

Dringlich ist eine Reaktion auf die Mitteilung, dass Pfizer in den USA die Notfallzulassung für ein wirksames orales Medikament gegen Covid-19 beantragt hat. In der Phase2-Studie sinkt unter dem Medikament Paxlovid das Risiko einer Hospitalisierung oder Tod durch Covid19 um 89%! Hier müsste doch die Politik zügig Lieferverträge abschließen ähnlich wie zu Coronabeginn beim Bemühen um Impfstoff. Das ist die Alternative zur Impfung des gesamten Volkes alle 4 Monate. Sie ermöglicht ein normales gesellschaftliches Leben wie vor Corona. Keine Auflagen, wer krank wird, bekommt diese Therapie.

Aktuell müsste ein Appell an alle erfolgen, besonders an Geimpfte, sich wieder sorgsam an die AHA-Regeln zu halten und freiwillig die Außenkontakte auf das Notwendige zu beschränken. Denn beim öffentlichen Werben um Impfbereitschaft war der Schutzeffekt zu hoch bewertet und ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugt worden, so dass wir Geimpften zuletzt unbekümmert mit Corona in geschlossenen Räumen umgingen bis hin zu erneut Küsschen geben oder Händeschütteln. Diese Sorglosigkeit, die mit jetzigem 2G weiter unterstützt wird, muss durch Aufklärung über den nachlassenden Transmissionsschutz eingedämmt werden.

Ergänzt wird die AHA-Regel um LA, L für Lüften, A für Technikaffine mit App, und um M für Munddesinfektion.

Die Munddesinfektion hat es bislang noch nicht in die offiziellen Empfehlungen geschafft, obwohl es eine einfache und höchst plausible Maßnahme ist. Covid-19 benötigt nach Aufnahme im Mund-Rachenraum 3 Tage, um für eine Infektion des Körpers in ausreichender Menge vermehrt zu sein. Alle drei Tage mit einem Schleimhautdesinfiziens den Mund spülen und gurgeln senkt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Erkrankung kommt. Warum diese Anregung von Prof. Zastrow im Frühjahr nicht aufgegriffen oder zumindest öffentlich diskutiert, sondern totgeschwiegen wurde, ist schleierhaft. (Vielleicht Eitelkeit, es taugt nicht, was von außerhalb des Elfenbeinturms kommt?)

Die wegen des Pflegekräftemangels Sorge bereitende Situation der Intensivstationsbelegung kann nur durch bessere Honorierung der dort Tätigen behoben werden. Die Situation könnte man kurzfristig entspannen mit einem monatlichen staatlichen Lohnzuschuss von 1000€ und einer Rückkehrprämie für aus dem Pflegeberuf Ausgeschiedene von 500 oder 1000 €. (Das Geld dafür könnte woanders eingespart werden, z.B. durch Weglassen von anlasslosen Tests.)

 

Zusammenfassung:    Zielführend dürfte sein

  • die Favorisierung der AHA+LAM – Regel mit Betonung auch für Geimpfte
  • Hervorheben der Notwendigkeit der freiwilligen Kontaktbeschränkung Erwachsener auf unvermeidbare Treffen als Alternative zum sonst fällig werdenden differenzierenden lockdown
  • Keine Bevorzugung Geimpfter
  • Keine Benachteiligung Ungeimpfter, Werbung für freiwillige Impfung als individuelle Schutzmaßnahme
  • intensives Bemühen um Paxlovid
  • Finanzielle Zuschüsse für Intensivpflegekräfte mit Rekrutisierungsprämie
  • Meldung von Krankheitsfällen statt der testzahlabhängigen Infektionszahlen (besonders für das Kindes-und Schulalter, um den Eltern übertriebene Befürchtungen zu nehmen)

Nachtrag vom 21.11.2021

Gestern Abend hat auch Prof. Drosten die Corona-Auflage 2Gplus kritisiert mit Hinweis auf die Schnelltest-Unsicherheit. Eigentlich ist die Schnell-Testerei Geldverschwendung wegen der Unsicherheit hinsichtlich der Stimmigkeit. Und die falsch positiven Ergebnisse lösen unnötige Initialquarantänemassnahmen und Unruhe aus (laut einem großen Berliner Medizinlabor lassen sich 47% positiver Schnelltestergebnisse nicht im PCR-Test bestätigen; testet man nur bei Vorliegen von Krankheitssymptomen, sind “nur” 40% falsch positiv). Siehe auch meinen früheren Kommentar zur Einführung der kostenlosen Schnelltests.

Weitere Links zum Thema

https://www.heise.de/tp/features/Neuen-Mythen-vom-spanischen-Covid-Wunder-6272791.html?seite=all

 

https://www.heise.de/tp/features/Schweden-greift-nach-dem-Impfpass-6272334.html?wt_mc=nl.red.telepolis.telepolis-nl.2021-11-19.link.link

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Josef Liebhart
Josef Liebhart
7 Monate zuvor

Ein guter Artikel, mir gefällt der Stil, keine Rechthaberei und Verzicht auf überflüssige Wertungen oder Adjektive, die nur zur Polarisierung beitragen.

Was ich noch deutlicher formulieren würde: den Beitrag der Geimpften an der hohen Inzidenz. Es ist zwar deutlich kommuniziert worden, dass die Impfung keinen 100%igen Schutz bietet, aber man hat nicht ausreichend darauf hingewiesen, dass man deshalb weiter vorsichtig zu sein hat und darauf, dass der Schutz sich schon nach wenigen Monaten abbaut. Deshalb ja auch die Kritik in diesem Artikel an den verschiedenen G-Regeln.

Ich bin der Meinung, dass durch diese falsche Überzeugung, durch die Impfung geschützt zu sein und weil dann die meisten daraufhin ihre neuen Freiheiten (teilweise hemmungslos) genossen haben, dass dies den größten Anteil an den hohen Ansteckungsraten hat. Ein Beweis dafür ist für mich die Entwicklung der Krankenhausbehandlung von Corona-Patienten. Als die Inzidenz zum Sommerende wieder nach oben ging, lag der Anteil der Ungeimpften meist um die 90%. Zum Herbst hin, wo ja die Schutzwirkung der Geimpften immer mehr nachlässt (die 5 Monate Wirksamkeit überschritten werden) steigt auch kontinuierlich der Anteil der Geimpften in den Krankenhäusern. Vor 3 Wochen waren es durchschnittlich schon 30%, heute sind es schon um die 50% und im Dezember wird es sich wohl so um die 60 oder 70% einpendeln, was dann genau dem Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung entspechen würde.

Einen zweiten Punkt würde ich im Zusammenhang der Ansteckung durch Geimpfte noch erwähnen:
Es hat sich ja gezeigt, dass die Schnelltests nicht so genau sind, bis zu 40% werden tatsächliche Infektionen nicht angezeigt. Was auch häufig festgestellt wurde, dass gerade bei Geimpften diese Tests unzuverlässig waren. Die logische Erklärung dafür ist, dass bei Geimpften die Virenlast viel geringer ist als bei Ungeimpften (wobei natürlich auch die Ansteckung geringer ist als bei ungeimpften Infizierten) und dadurch diese einfachen Tests nicht ansprangen. Das bedeutet, zusätzlich zu dem nicht Wissen oder nicht Wahrhabenwollen über den nur eingeschränkten Schutz der Impfung kam bei vielen noch eine falsche Sicherheit durch die negativen Ergebnisse der Schnelltests hinzu und dementschrechend eine ungenügende Vorsicht.

Daraus folgt für mich noch eine andere Schlussfolgerung: Das Fokusieren auf, das Schimpfen und Verurteilen der Nichtgeimpften hat nicht nur zur Polarisierung beigetragen, sondern hat die weiterhin notwendige Vorsicht der Geimpften (die ja die Mehrheit stellt) aus dem Auge verloren und so deren Unvorsichtigkeiten wohl auch maßgeblich befeuert. Ob das bewußt oder unbewußt passiert ist, weiß ich nicht, aber es zeigt wieder einmal, wie durch Unwichtigem das Wichtige verdrängt werden kann.

Gruß Josef Liebhart

huscholz
huscholz
Reply to  Josef Liebhart
7 Monate zuvor

Vom Kommentar zuvor: “steigt auch kontinuierlich der Anteil der Geimpften in den Krankenhäusern. Vor 3 Wochen waren es durchschnittlich schon 30%, heute sind es schon um die 50% und im Dezember wird es sich wohl so um die 60 oder 70% einpendeln, was dann genau dem Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung entspechen würde.”
Ein typischer Basisratenfehler. Sind im Krankenhaus 50%geimpft und 50% nicht, dann heißt das nicht, der Impfschutz hat bei der Hälfte der Geimpften nachgelassen.Sondern, wenn 3/4 geimpft sind und 1/4 nicht, dann ist die Chance für den Krankenhausaufenthalt für Ungeimpfte dreimal höher.

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