Durchblick behalten beim Kampf gegen Corona

Staatliches Handeln muss logisch begründet und zielführend sein!

Tragen wir mal das aktuell widersprüchliche Chaos zusammen:

  • Omicron ist hoch ansteckend, die Neu-Infektionen nehmen rasant zu.
  • Die aktuellen Impfstoffe schützten kein halbes Jahr, sondern maximal über vier Monate.
  • Gegen Omikron wirken sie nur bedingt, für einen Schutz in den nächsten Monaten ist unbedingt eine Booster-Impfung erforderlich.
  • Schon vor Omikron kam es trotz Impfquote von  über 60% zur vierten Welle, auch Länder wie Portugal mit fast 90% Geimpfter blieben nicht verschont.
  • Eine Teil-Impfpflicht wie in Frankreich bringt keinerlei Nutzen. Das Dogma, eine Impfquote von 90% und höher, bewirkt das Ende von Corona, dürfte nicht zu halten sein.
  • Ein fünfte Welle ungeahnten Ausmasses wird angekündigt, die Krankenhäuser könnten vor dem Kollaps stehn.
  • Einzelne Bundesländer fordern stärkere Kontaktbeschränkungen deswegen.
  • Ein Großteil der bisher mit der Omikron-Variante des Coronavirus infizierten Europäer hat offenbar einen “leichten” Krankheitsverlauf laut Europäischer Arzneimittelbehörde (EMA).
  • In Südafrika treten unter Omikron weniger Fälle von schweren Erkrankungen auf als bei den früheren Varianten des Coronavirus. Bei 211.000 positiven Coronavirus-Fällen ist das Risiko von Krankenhauseinweisungen bei Erwachsenen um 29% niedriger als in der ersten Pandemiewelle März 2020.
  • BionTech-Impfstoff reicht aktuell; von Moderna ist mehr als nötig vorhanden, weil keiner berücksichtigte, dass bei einer Auffrischung nur eine halbe Dosis benötigt wird.
  • Minister Lauterbach hat 800.000 Impfdosen BionTech zusätzlich gekauft für 2022.
  • In Deutschland gehen die Fallzahlen seit Ende November kontinuierlich zurück. Omikron hat bislang daran nichts geändert.
  • In 2022 soll eine allgemeine Corona-Impfpflicht eingeführt werden.

Wie ist das zu bewerten?

In Europa werden die meisten Omikron-Fälle aus England, Dänemark und Norwegen berichtet. Die Neu-Infektionen mit dieser Variante nehmen rasant zu. So unschön das ist, dadurch bietet sich die Gelegenheit, Omikrons Gefährlichkeit zu bewerten. Dazu dienen die Parameter Krankenhausbedürftigkeit und infektbedingte Todesfälle.

Obwohl die Infektionszahlen schon seit einigen Tagen rasch zunehmen, mussten bislang nicht vermehrt Schwerkranke in den Krankenhäusern aufgenommen werden.

Das kann als starkes Indiz gewertet werden, dass Omikron wie in Südafrika auch bei uns in Europa sehr milde verläuft.

(Auf der Seite Ourworldindata wird Germany bei den Hospitalisationszahlen nicht aufgeführt. Zu Vergleichszwecken hätte ich es sonst dazu genommen.)

In England und Dänemark hat Omikron bisher nicht zu vermehrten Todesfällen geführt. (Ob der leichte Anstieg in Norwegen Zufall ist und sich nicht fortsetzt, wird man in den nächsten Tagen sehen.)

Warum spiegelt sich dieser Sachverhalt nicht in den Äußerungen der Experten wieder? Es spricht doch mehr dafür, dass das Auftreten der Omikron-Mutante ein Segen ist. Bei der hohen Ansteckungsfähigkeit und bei gleichzeitig harmloseren Verläufen (auch ohne Geschmacksverlust) bekommen wir endlich eine hohe endemische Durchseuchung, ohne dass das Gesundheitswesen strapaziert wird. Die Durchseuchung allein bietet dauerhaften Schutz vor Corona. Das ist besser und billiger als alle vier Monate impfen.

Schlussfolgerung

Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Impffixierung einen Tunnelblick bei den Verantwortlichen erzeugt hat. Es wird nicht mehr seitwärts überlegt.

Die primären Impfstofffe haben nicht gehalten haben, was für sie versprochen wurde. Das hat zu vielen Rückschlägen bei der Bekämpfung von Corona geführt. Dennoch wird nicht eine kritische Neubewertung gestartet. Nachgekauft wird ein nicht optimaler Impfstoff. Ein ordentlicher Kaufmann würde eine Kaufpreisminderung um die Hälfte wegen Mängel durchsetzen. Aber so werden eben mal fast zwei Milliarden Euro zusätzlich ausgegeben, die an anderen Stellen dann im Haushalt fehlen werden. Corona ist nun mal global, von anderorts kommen immer neue Mutationen. Ist es dann nicht überfällig, die Impfpatente frei zu geben? Die Lizenzinhaber sind für ihre Forschungsleistung mittlerweile mehr als üppig belohnt worden. Und was soll eine Impfpflicht mit einem Wirkstoff, der alle paar Monate neu injiziert werden müsste?

Warum jetzt weiter Ängste schüren um Omikron und dem Handel das Weihnachtsgeschäft verderben? Im Schuhladen gibt es keine größere Ansteckungsgefahr als im vollen Lebensmittelgeschäft. Und mit Blick auf die bisher gemachten Corona-Erfahrungen sollte auch manch anderes überdacht werden. Die vielen neuen Infektionen durch Omikron wirken beunruhigend, keiner schaut auf die niedrigen Krankenhauszahlen. Ist es da nicht besser, auf die vielen Tests zu verzichten und wie eigentlich schon früher beschlossen sich nach der Krankenhausbelegung zu richten? Tests nur im Krankheitsfall, das würde weitere Milliarden Euro sparen ohne die Coronaausbreitung zu verschärfen. Es würde auch in der Gesellschaft beruhigend wirken und angstgetriebenes Handeln mindern.

Wir müssen zu einem nomalen Alltag mit Corona finden.  In asiatischen Ländern wie in Japan  ist es schon länger üblich, bei einem Atemwegsinfekt überall eine Maske zu tragen. Das wird auch auf uns zukommen.

Nachtrag 19.12.2021

Das Testen sollte nicht, sondern muss wegen Omikron eingestellt werden: Laut heutigem Tagesspiegel steigen in England die Krankmeldungen stark, so dass befürchtet wird, zu Weihnachten fehlen 32.000 bis 130.000 Beschäftigte im Nationalen Gesundheitsdienst.

Das ist bei den hohen Neu-Infiziertenzahlen logisch. Jeder positiv Getestete muss in Quarantäne und sich krank melden. Damit haben wir die paradoxe, aber dennoch kritische Situation, dass Omikron-Infizierte zwar milder erkranken, dennoch diese Virusvariante unser Gesundheitswesen lahmlegen kann. Und zwar wegen der Quarantänemassnahmen nach Infektionsfeststellung. Deshalb ziehen die Niederlande die Notbremse mit dem lockdown. Sinnvoller wäre, das Testen einzustellen. Die Nachverfolgung gelingt ohnehin nur, wenn nicht massenhaft Infektionen auftreten. Je mehr Omikron Delta verdrängen wird, desto leichter wird es, sich nur um Kranke zu kümmern und Neu-Infektionen zu ignorieren.

Natürlich erfordert es Mut unserer Regierenden, das Testen einzustellen sobald auch bei uns die Fallzahlen wieder steigen.  Aber mit entsprechender Erklärung dürfte Verständnis zu erzielen sein. Neben Kosten erspart der Verzicht auf Tests auch unzählige Arbeitsminuten in unserem Land. Übrigens wurde die erste und zweite Corona-Welle ganz ohne Schnelltests und ohne Impfen überstanden.

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huscholz
9 Monate zuvor

Endlich einmal Geradeaus-Denken statt wie leider zu oft nur quer. Und endlich mal Karten auf den Tisch, was Sache ist. Hoffentlich wirken obige Hinweise an die Verantwortlichen.

huscholz
8 Monate zuvor

Mit dem Nachtrag vom 19.12.21 oben kommt eine “gewagte” Konsequenz hinzu. Aber gut begründet. Da wäre ich auf ein Für und Wider von höherer Stelle sehr gespannt.

huscholz
Reply to  huscholz
8 Monate zuvor

Hier aus dem Web ein paar höhere Stellen:

“Die Hochrechnungen gehen bei der Omikron-Variante von schlimmstenfalls 700.000 neuen Infektionen pro Tag aus”, sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion, Sepp Müller der “Welt” vom Montag. “In diesem Fall käme es tatsächlich zur Massenquarantäne.” “Wir brauchen gerade für Geimpfte und Genesene Freitestmöglichkeiten, und zwar nach fünf Tagen. Geboosterte, die keine Symptome aufweisen, sollten bei einer Woche täglicher Schnelltestungen gar nicht in Quarantäne gehen müssen.”
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU): “Die aktuell gültigen Quarantäneregeln bedürfen mit Blick auf eine mögliche explosionsartige Verbreitung von Omikron einer Überarbeitung – wir können nicht das ganze Land in Quarantäne schicken”, in der Welt am Sonntag.
Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt erwartet, dass der Expertenrat der Bundesregierung in seinem nächsten Bericht auch auf die Quarantäne-Regeln eingehen werde.
Die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus sagte der “Welt”: “Ich kann mir gut vorstellen, dass wir mit einer früheren Möglichkeit der Freitestung noch mehr Menschen vom Boostern überzeugen können.”

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